Ein Laptop und ein Computerbildschirm auf einem Schreibtisch

Das richtige Laptop fürs Informatikstudium

Ob Laptop, Notebook oder Netbook, jeder Student der Informatik denkt im laufe seines Studiums mal daran sich einen portablen Rechner zu besorgen. Neben den ganzen Kosten, die ein Studium sowieso schon mit bringt, stellen sich angehende Informatik Studenten  die Frage, ob und welches Laptop sie sich kaufen sollen. Du stellst dir, als angehender Informatik Student sicherlich die gleiche Frage. In diesem Artikel erzähle ich dir, wie du das richtige Laptop fürs Informatikstudium  findest. Dabei versuche ich, dir alle Informationen mitzugeben, welche du für eine fundierte Entscheidung benötigst. Der Artikel wurde im Juni 2020 aktualisiert.

Brauchst du ein Laptop für das Informatikstudium?

Ein Laptop mit Notizbuch. Ein gutes Setup zum lernen fürs Informatikstudium.
Bildautor: www.pexels.com/@negativespace

Du brauchst einen Rechner oder ein Laptop fürs Informatikstudium. Denn im Studium wirst du vieles digital machen müssen. Sei es eine Hausarbeit in Word zu schreiben oder eine Programmiersprache zu üben. Wenn du also bereits einen Rechner besitzt musst du dir als Student nicht unbedingt ein Laptop zulegen. Wenn du dich eher für einen PC interessierst, dann findest du hier einen guten Artikel: Der richtige PC für das Informatikstudium.

Zwar musst du dir nicht unbedingt eines kaufen, solltest dir aber überlegen, ob dies sinnvoll wäre. Viele nehmen ihr Laptop in die Vorlesung mit. Das hat natürlich Vorteile. Du kannst Notizen mitschreiben und musst dich nicht damit rumschlagen diese danach vielleicht nicht mehr lesen zu können.

Wenn du das aber machst, schaffst du dir selbst ein wahnsinniges Potenzial abgelenkt zu werden. Ich kenne keinen Laptop-Besitzer, welcher nicht zumindest einmal dadurch abgelenkt wurde. Sei es nur, weil er irgendein Thema sofort Googlen wollte, anstatt damit bis nach der Vorlesung zu warten. Stift und Papier sind hier in den meisten Fällen die bessere Wahl. Diese lenken dich nicht ab und du kannst Zeichnungen dazu machen. Solltest du dich dennoch dafür entscheiden, dir ein Laptop zu kaufen, kannst du im restlichen Artikel lesen auf was du achten solltest.

Im Gegensatz zu vielen anderen Ratgebern, welche dir einfach irgendwelche Laptops vor die Nase werfen, möchte ich hier anders vorgehen. Als Erstes werden wir herausfinden, welche Anforderungen du an das Laptop stellst. Eine vernünftige Anforderungsanalyse wird dir genau zeigen, was für ein Laptop du fürs Informatikstudium benötigst. Und schließlich sind wir Informatiker. Wir recherchieren und planen zuerst, bevor wir eine Entscheidung tätigen.

Wenn du dich für ein Laptop fürs Informatikstudium interessierst, dann bist du bestimmt gerade dabei, mit dem Informatikstudium zu starten.  Vielleicht wären auch diese Artikel etwas für dich:

 

Anforderungen an das Laptop

Das richtige Laptop fürs Informatikstudium
Foto von Lukas auf Pexels

Wie viel Leistung brauchst du? Diese Frage bezieht sich vor allem auf den Einsatz von Entwicklungsumgebungen, Emulatoren, VMs und Spielen. Während die ersteren eher eine gute CPU erfordern, benötigen Spiele eine gute Grafikkarte, also eine gute GPU. Die erste Entscheidung, die du also treffen solltest, ist, ob du auf dem Laptop auch spielen möchtest.  Denn jedes einigermaßen aufwändiges und modernes Spiel benötigt eine Grafikkarte, um flüssig zu laufen. Aber eine Grafikkarte erhöht den Preis und Gewicht des Laptops und verringert gleichzeitig die Akkulaufzeit. Für dein Laptop fürs Informatikstudium kann ich dir also nur von einer Grafikkarte abraten. Überlege dir, ob du dir nicht einen separaten Desktop-Computer für Spiele zulegst. Wenn du dann trotzdem von unterwegs spielen möchtest, dann kannst du immer noch auf Dienste wie Parsec zurückgreifen.

Gaming

Ein PC-Gehäuse von innen.
Foto von Martin Lopez von Pexels

Als ersten Schritt solltest, du dir überlegen, ob du mit dem Laptop spielen möchtest. Denn Laptops mit guter Spielleistung haben so gut wie immer mindestens einen der folgenden Nachteile:

  • Geringe Akkulaufzeit
  • Hohes Gewicht
  • Hoher Preis

Deswegen empfehle ich dir kein Gaming-Laptop. Wenn du gerne neue PC-Games spielst, solltest du einen Laptop zusätzlich zu einem Gaming-Rechner erwerben. Gaming-Laptops machen nur Sinn, wenn du oft von verschiedenen Standpunkten aus spielst. Beispielsweise, wenn du zwischen deiner Heimatstadt und Universitätsstadt pendelst. Aber auch hier gilt es sich das ganze gut zu überlegen, denn die oben genannten Nachteile machen das Laptop schnell zum Ballast für Geldbeutel und den Rucksack.

Der Vorteil von nicht-Gaming Laptops ist, dass diese keine separate Grafikkarte benötigen. Die integrierte Grafikeinheit der CPU reicht hier meist aus. Dies führt zu einem geringeren Preis, bessere Akkulaufzeit und geringeren Gewicht. Zwar gibt es Gamer-Laptops mit guter Akkulaufzeit und geringen Gewicht, diese sind aber sehr schnell im 2.500€+ Bereich.

Programmierung

Das Bild zeigt einen Laptop mit einer geöffneten Entwicklungsumgebung und Code. So könnte ein Laptop fürs Informatikstudium aussehen. Daneben ist eine Tasse Kaffee und ein Notizbuch.
Quelle: Pexels von Negativespace und Negative Space von NegativeSpace

Anders sieht es aus, wenn du auf dem Laptop programmieren möchtest. Dies wird bei Informatik Studenten oft der Fall sein. Auch hier muss man wieder anhand einiger Faktoren unterscheiden. Um nur die Basics vom Programmieren zu lernen, brauchst du kaum Leistung. Jedes Laptop, welches Word ausführen kann, kann auch einen C-Compiler und einen einigermaßen vernünftigen Editor problemlos parallel betreiben ohne starke Leistungseinbußen. Rein für die Anforderungen des Studiums würde ich behaupten reicht die Leistung von so gut wie jedem Laptop, welches heutzutage im Handel erhältlich ist.

Anders sieht es aus, wenn du eigene Projekte verfolgst. Hier möchtest du vielleicht Entwicklungsumgebungen einsetzen. Diese Entwicklungsumgebungen haben zwar meist geringe Mindestsystemanforderungen, brauchen aber viel Leistung um wirklich flüssig zu laufen.

Multitasking und Recherche

Wie viele Tabs hast du in deinem Browser offen? Moderne Browser sind extrem komplex. Sie können die verschiedensten Webseiten, Medien und Scripte verarbeiten. Das braucht Leistung, und zwar nicht zu knapp. Vor allem Multimediainhalte, welche vom Browser verarbeitet werden brauchen viel Speicher. Damit der Browser dir ein gutes Nutzererlebnis bieten kann, muss er all diese Inhalte im Arbeitsspeicher halten. Deswegen kann der RAM-verbrauch eines Browsers ganz schnell zu mehreren Gigabyte heranwachsen.

Wenn du also ein Nutzer bist, welcher öfter sehr viele Tabs gleichzeitig offen hat, solltest du definitiv ein Augenmerk auf einen großen Arbeitsspeicher legen. Denn wenn zu dem Browser noch Editoren, Entwicklungsumgebungen und geöffnete Dokumentationen kommen kann der Speicher schnell knapp werden.

Hardware des Laptop

CPU

Bild eines CPU-Sockels. Ein Laptop für das Informatikstudium braucht eine einigermaßen gute CPU.
Bildautor: www.pexels.com/@pok-rie-33563

Ich möchte diesen Artikel möglichst allgemein halten, so dass dieser seine Gültigkeit nicht in ein bis zwei Jahren verliert. Dennoch hier einen Rat zur CPU-Auswahl 2020: Mindestens ein Ryzen 3600 oder einen i7. Was bei der Grafikkarte gespart wird kann hier drauf gepackt werden. Zwar kann man mit einer schlechteren CPU programmieren, aber Entwicklungsumgebungen laufen in der Praxis mit einem guten Prozessor deutlich flüssiger. Da sich die Hardwareanforderungen aber ständig ändern, empfehle ich dir selbst nach einer aktuellen CPU zu recherchieren, welche mit deiner meist genutzten Entwicklungsumgebung gut zusammenspielt.

Moderne Entwicklungsumgebungen brauchen einiges an CPU-Leistung. Während du für einfache C-Programme also lediglich einen Texteditor und einen Compiler brauchst, könnte es sein, dass du für größere Projekte eine Entwicklungsumgebung nutzen möchtest. Für Autocompletion und Syntaxhighlighting kann so eine IDE schon ordentlich an CPU Ressourcen brauchen. Während hier High-End CPUs zwar nicht notwendig sind, sollte es aber durchaus eine CPU der Mittelklasse sein. Auch für Emulatoren und VMs steigen die Anforderungen für CPUs noch einmal deutlich. Zum Beispiel für die mobile Entwicklung kann ich dir nur empfehlen eine CPU zu nutzen, welche stark genug ist um die Emulatoren der entsprechenden Umgebungen vernünftig zu unterstützen. Einen guten Artikel über mobile Entwicklung mit Flutter findest du hier: Spannende Technologien: Flutter™ – Ein Einstieg.

SSD

Eine SSD ist Pflicht. Es gibt heutzutage absolut keinen Grund mehr auf eine SSD zu verzichten. Und mit den sinkenden Preisen ist eine 500GB SSD durchaus denkbar. Allerdings musst du nicht unbedingt die teuerste oder schnellste SSD nehmen. Der Hauptvorteil einer SSD ist die schnelle Zugriffszeit. Extrem gute Lese- und Schreibarten sind nur wichtig, wenn du auf sehr große Dateien zugreifen musst. Beim Programmieren sind es aber eher viele kleine Dateien. Da mehr Platz aber immer eine gute Sache ist, kaufe lieber eine SSD mit schlechteren Lese- und Schreibarten aber dafür höheren Speicherplatz.

Portabilität

Ein Fußgängerübergang mit Menschen
Foto von Mike Chai von Pexels

Bildschirm

Wie portabel darf es sein? Gewicht und Größe spielen eine große Rolle bei der Auswahl eines Laptops. Auch die Akkulaufzeit sollte bedacht werden. Die Größe ist Geschmackssache. Bedenke aber, dass du das Laptop mit dir mit tragen musst. Möchtest du in Kauf nehmen immer eine größere Laptop-Tasche mitzunehmen? Bedenke also deinen täglichen Arbeitsweg bei der Entscheidung. Von der Ergonomie ist aus meiner Sicht 15 Zoll (ca. 38 cm) zu empfehlen. Kleiner Laptops sind für längere Arbeit oft anstrengend für die Augen. Eine große Rolle dabei spielt natürlich auch die Auflösung. Und hier sollte es definitiv Full HD mit 1920 x 1080 Pixel sein. Ein 2K Display ist auch ein großes Plus, ist aber deutlich teurer.

Akkulaufzeit

Ein gutes Mittelmaß zwischen Preis und Leistung sind meiner Erfahrung nach 7 Stunden bei nicht-Gaming Laptops. Zwar gibt es oft Steckdosen in Hörsälen, diese sind allerdings oft schnell besetzt oder von deinem Platz aus nicht erreichbar. Sieben Stunden Laufzeit sollte auch für zwei oder drei Vorlesungen hintereinander ausreichen. Da das Laptop fürs Informatikstudium ist, sollte es diese Zeiten auch bei Belastung durch Entwicklungsumgebungen erreichen.

Die Akkulaufzeit sollte aber mindestens 5 Stunden betragen, auch für Menschen welche gerne an einem festen Arbeitsplatz arbeiten. Denn irgendwann kommt immer die Situation, an welcher man das Laptop gerne mitnimmt und unterwegs programmiert. Sei es im Zug, auf dem Weg in eine andere Vorlesung oder wenn mal keine Steckdose im Hörsaal in der Nähe ist. Für Studenten welche nur selten zum Aufladen kommen ist es wichtig, dass das Laptop einen ganzen Vorlesungstag ausreicht. Dies können schon mal 8 Stunden oder länger sein. 8 Stunden ist deswegen ein guter Wert, welchen man anpeilen sollte. Beim Gewicht kommt es wohl auch immer auf einen Weg in die Uni an. Von 1 Kg bis 3 Kg findet man den Großteil aller Laptops. Wobei 2 Kg schon sehr schwer sind, wenn man viel unterwegs ist. 1.5 – 1.7 Kg sind ein gutes Mittelmaß. Um so leichter um so besser.

Arbeitsspeicher

Das Bild zeigt eine alte CPU und RAM. Ein Laptop fürs Informatikstudium benötigt eine menge RAM.
Bildautor: www.pexels.com/@fancycrave

Besonders wichtig ist auch der RAM. Um so mehr Arbeitsspeicher du verbaut hast, um so besser kann das Betriebssystem geöffnete Programme verwalten. Programmierer haben oft sehr viele Programme gleichzeitig laufen. Zum Beispiel Webbrowser, welche nicht gerade für ihre Sparsamkeit bezüglich des Arbeitsspeichers bekannt sind. Auch eine Entwicklungsumgebung nimmt nochmal ordentlich an RAM in Anspruch. Wenn dann noch Emulatoren oder VMs dazu kommen, ist man sehr schnell bei einem zweistelligen Verbrauch.

Deswegen kann ich im Jahr 2020 einfach nichts mehr unter 16 GB RAM empfehlen. Die Ausnahme ist hier, wenn du für dein Studium wirklich nur sehr kleine C oder C++ Programme schreibst und keine Entwicklungsumgebung benötigst. Dann könnten 8 GB reichen. Aber ich würde persönlich nicht mehr unter 16 GB gehen. Allerdings musst du nicht unbedingt ein Laptop mit 16 GB suchen. Eventuell ist es auch billiger ein Laptop mit 8 GB zu kaufen, bei welchem noch ein Slot für den RAM frei ist. Dann kannst du einfach noch weitere 8 GB nachrüsten. Achte hier aber darauf, dass dies möglichst der gleiche Hersteller des bereits eingebauten RAMs ist.

Für die normale Entwicklung sollten 8 GB das Minimum darstellen. Dies reicht um einen Webbrowser, die Entwicklungsumgebung und noch ein paar kleinere Programme parallel laufen zu lassen. Hast du allerdings vor mit einem Emulator, wie z. B. dem Android-Emulator von Android Studio zu arbeiten, würde ich eher 16 GB empfehlen. Es ist zwar mit 8 GB machbar, aber 16 GB sind deutlich komfortabler.

Bauqualität

Was viele nicht wissen ist, dass sich Computer, vor allem eines Laptops, nicht nur durch Bildschirm und den typischen Hardwarekomponenten auszeichnen. Die Bauqualität des ganzen Geräts sowie die Qualität der Komponenten spielt genau so eine Rolle wie deren Leistung. Dies sorgt dafür, dass dir dein Laptop für das Informatikstudium bei täglicher Beanspruchung nicht zu schnell auseinander fällt und viele Jahre hält.

Als Student wirst du das Laptop oft unterwegs dabei haben. Sei es im Zug, Bus oder im Rucksack. Damit dir das Laptop nicht nach ein paar Wochen auseinander fliegt, muss die Verarbeitungsqualität hoch sein. Leider ist dies über das Internet schwer festzustellen.

Teilweise merkt man einem Laptop die Qualität schon an, wenn man es in der Hand hält. Aber nicht nur dadurch. Rezensionen im Internet helfen sehr, die Qualität eines Laptops festzustellen.

Im Optimalfall kannst du das Laptop selbst vorher einmal in die Hand nehmen. Schau dir alle Stellen an, bei welchen Komponenten zusammen gehalten werden. Gut ist es, auch wenn sich das Gerät nicht durchbiegt, wenn du es von einer Seite aus hochhebst. Auch auf die Befestigung des Bildschirms und auf die Tastatur solltest du besonderes Augenmerk legen.

Kannst du das Laptop nicht selbst begutachten, solltest du so viele Rezensionen wie möglich lesen. Schau auf allen bekannten Verkaufsseiten nach und lese dort die Käufermeinungen. Vielleicht findest du auch Tests auf einschlägigen Computerzeitschriften.

 

4 comments
    1. Hallo Drej!
      Danke für deinen Kommentar.

      Das ist ein sehr guter Vorschlag. Ich plane bereits das nächste Update zu dem Artikel. Dort werde ich auch speziell auf Macbooks und das Surface eingehen. Hab noch etwas Geduld, ich update diesen Artikel regelmäßig. Das nächste kommt bald.

      Viele Grüße
      Daniel

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