Technische Informatik - Alles über das Studium

Technische Informatik – Alles über das Studium

Die Technische Informatik ist ein Studium für Hardware interessierte und Bastler. In fast jedem Gerät steckt irgend eine Art von Technik. Ob Kühlschrank, Mikrowelle oder auch Automobil. Mit dem Internet der Dinge bekommen typische Haushaltsgeräte zugriff zum Internet.  Sensoren empfangen Signale, welche dann verarbeitet werden. Anhand der Informationen der Sensoren werden Entscheidungen getroffen.

Überblick

Ein CPU-Sockel.
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Technische Informatiker arbeiten ganz nah an der Hardware. Sie beschäftigen sich mit dem Aufbau von Mikrocontrollern und eingebetteten Systemen. Als Bindeglied zwischen dem typischen Ingenieurswesen  und der Informatik sind technische Informatiker sie sehr gefragt. Sie verstehen sich sowohl mit der Elektronik als auch mit der Sensorik von Computersystemen.

Auch in den typischen Informatikgebieten wie Datenbanken oder der Softwareentwicklung werden sie ausgebildet. Dabei sind die gelernten Programmiersprachen aber oft sehr systemnah. C und C++ sind hier sehr bekannte Vertreter. Aber auch die Kenntnis von Assembler darf nicht fehlen, um ein umfassendes Verständnis des Zusammenspiels der Hardware zu bekommen.

Bei der Programmierung mit Assembler bekommt man ein tieferes Verständnis der unterliegenden Hardware. Auch das Wissen über Speicherarchitekturen, Cache-Algorithmen und Prozessorarchitekturen zeichnet die Technische Informatik aus.

Wichtig zu erwähnen ist, dass sich die Technische Informatik durch einen hohen Praxisbezug auszeichnet. Denn die Arbeit mit Mikrocontrollern, der Programmierung und mit Embedded Systems lässt sich nicht rein theoretisch lernen. Durch diesen praktischen Anteil kannst du nach dem Studium wirklich etwas erschaffen.

Wie werde ich technischer Informatiker?

Ein Tisch voller Lernunterlagen
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Die Technische Informatik ist keine Ausbildung, sondern ein Studiengang. Dies hat den Grund, dass die gelehrten Themen oft sehr komplex und umfangreich sind. Vom Abstrakten bis hin zum sehr hardwarenahen Technischen kommt im Studium alles vor. Du musst dir also eine Universität oder eine Hochschule suchen, welche diesen Studiengang anbietet.

Was die Suche schwierig macht ist, dass dieser Studiengang oft unter anderen Namen angeboten wird. Gängige Namen dafür sind zum Beispiel Ingenieursinformatik oder Computational Science. Wichtig ist aber, dass sich die Studiengänge unterscheiden können. Man sollte also in jedem Fall vorher den Studienplan prüfen.

Hochschulen welche den Studiengang technische Informatik anbieten sind zum Beispiel die OTH Regensburg, die THU Ulm oder die Hochschule Albstadt-Sigmaringen. Dabei kann sich der Abschluss unterscheiden. Manchmal ist der Abschluss der Bachelor of Science, währenddessen andere Hochschulen den Bachelor of Engineering vergeben.

Ist die Technische Informatik das Richtige für mich?

Wenn man wissen möchte, ob einem ein Studiengang liegt, dann sollte man sich ausgiebig damit beschäftigen. Um dir einen Einblick über die technische Informatik zu verschaffen, kannst du dir zum Beispiel einen Arduino zulegen. So kannst du bereits aus nächster Nähe Erfahrung mit Hardware bekommen.

Gefällt es dir, mit Hardware zu arbeiten? Sehr gut. Dann solltest du dir auch einmal den Studienplan für die Technische Informatik ansehen. Dafür gehst du am besten auf die Webseite der Hochschule, bei der du dich für den Studiengang bewerben möchtest. Oft bietet Hochschulen auch beschreibende Texte eines Studiengangs, sodass du dir noch ein genaueres Bild machen kannst.

Studieninhalte

Ein Stapel von Notizen.
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Zum Technischen Informatiker wirst du, in dem du an einer Hochschule den Studiengang Technische Informatik absolvierst. Dabei lernst du viele Themen kennen, welche sich zu meist um Hardware und Software drehen. In jedem Fall solltest du von der Hardwarenahen Programmierung nicht zurückschrecken. Denn auch für die Technische Informatik zählt die Programmierung als wichtiges Werkzeug.

Auch die Mathematik spielt eine zentrale Rolle im Studium. Neben den reinen Mathematikkursen benötigst du die Mathematik auch in anderen Fächern. Vor allem, auf einem sehr niedrigen Hardwarelevel ist Mathematik sehr nützlich. Zum Beispiel beim Auswerten von Signalen durch Sensoren der Hardware. Und damit sind wir auch schon bei der Signalverarbeitung angelangt. Aber nicht nur die Signalverarbeitung benötigt viel Mathematik. Auch die Lehre, wie Computer eigentlich rechnen, ist ein wichtiger Teil des Studiums der Technischen Informatik.

Wenn man auf Hardware programmiert, welche nur sehr wenig Speicher- und CPU-Leistung besitzt, dann sind auch die richtigen Algorithmen wichtig. Deswegen wirst du in deinem Studium auch über Algorithmen und Datenstrukturen lernen. In der Technischen Informatik werden verschiedene Algorithmen und Datenstrukturen eingesetzt, um die Hardware von Mikrocontrollern möglichst effizient auszunutzen.

Dabei ist natürlich auch ein Verständnis der Hardware notwendig. Deswegen musst du auch Speicherarchitekturen und Caching-Algorithmen lernen. Genauso wie die verschiedenen CPU-Architekturen und ihre Eigenheiten. Das Ganze wird abgerundet durch das Hardwaredesign von Komponenten eines Rechners. Zum Beispiel, wie bestimmte Module, z. B. eine APU, aufgebaut sind.

Verdienst von Technischen Informatikern

Eine Tastatur, ein Bildschirm und zwei Hände welche auf der Tastatur liegen.
Foto von Oleg Magni von Pexels

Nach deinem Abschluss kannst du in vielen Betätigungsfeldern arbeiten. Sehr groß ist vor allem die Automobilbranche. Aber auch das Hardwaredesign und der Entwurf von Programmen für Mikrocontrollern sind mögliche Gebiete.

Das Gehalt ist, wie bei allen Informatikberufen, sehr schwierig anzugeben. Das Gehalt variiert je nach Bundesland und Branche sehr stark. Eine grobe Richtung ist wohl zwischen 38.000 und 48.000 € anzusehen. Aber um sicherzugehen, solltest du immer im Internet nach dem Durchschnittsverdienst von Informatikern in deiner Stadt recherchieren. So kannst du dir ein eigenes Bild der aktuellen Gehaltslage machen.

Technische Informatik berufsbegleitend Studieren

Viele Studiengänge der Informatik kann man Berufsbegleitend studieren. Vor allem die allgemeine Informatik bieten viele Hochschulen als dualen Studiengang an. Leider sind die Angebote für die Technische Informatik hier deutlich seltener. Nur sehr wenige Hochschulen bieten an den Studiengang neben der Arbeit zu studieren.

Am besten du recherchierst hier aktiv, ob es in deiner Gegend so einen Studiengang gibt. Bedenke aber, dass die Technische Informatik kein leichter Studiengang ist. Bereite dich also gut vor und überlege dir, ob du den zusätzlichen Aufwand wirklich auf dich nehmen möchtest. Wenn ja, dann schau dir am besten den Artikel “4 Gründe warum dein Informatikstudium scheitert und was du dagegen tun kannst” an. Es hilft dir gängige Fehler zu vermeiden.

Technische Informatik im Fernstudium

Ein Fernstudium wird von privaten Hochschulen angeboten. Deswegen kostet so ein Studium auch immer eine Menge Geld. Man muss mit einem niedrigen vierstelligen Betrag rechnen. Weiterhin benötigst du die gleichen Voraussetzungen wie auch bei einer staatlichen Hochschule: die Fachhochschulreife bzw. ein Abitur. Oft bietet ein Fernstudium aber auch alternative Voraussetzungen an.

Ein Fernstudium nicht für jedermann. Manche Menschen können besser lernen, wenn sie sich in eine Vorlesung setzen können. Du solltest dir also gut überlegen, ob du dies wirklich willst. Bei einem Studium von zu Hause aus braucht man eine strikte Alltagsplanung und eine Menge Selbstbeherrschung  um das Studium wirklich durchzuziehen.

 

Titelbild: Foto von Miguel Á. Padriñán von Pexels (Bearbeitet von DK)

 

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